Montag, 14. Oktober 2013

Internetfreundschaften

Internetfreundschaft - was ist das? 

In den positiven Fällen ist es eine Freundschaft zwischen zwei Menschen, die sich zwar privat kennen, aber zu weit voneinander entfernt wohnen und deswegen über das Internet zusammen in Kontakt bleiben müssen. Im "negativen" Fall ist es einfach nur eine Freundschaft zwischen zwei Menschen, komplett über das Internet, die sich noch niemals gesehen haben. 

Für manche sind solche Freundschaften wichtig. Sie stecken Herz in die Sache und lieben es, mit Menschen zu schreiben und über das Internet Kontakt zu ihnen aufzubauen. Für andere ist es jedoch unverständlich, wie man eine Bindung zu jemandem aufbauen kann, den man eigentlich gar nicht richtig kennt, den man noch nie gesehen hat und den man vielleicht auch niemals sehen wird.

Ich finde, jeder sollte sich sein eigenes Bild von diesen Internetfreundschaften machen. Jeder sollte es einfach mal selbst versuchen und ausprobieren, sozusagen ein kleines Experiment wagen. Ich finde, vorher, wenn man das noch nicht selbst ausprobiert hat, sollte man andere nicht dafür verurteilen, die Gefallen daran gefunden haben. Denn in dem Fall hat man keine Ahnung davon, und wie ich immer sage: wenn man keine Ahnung hat, sollte man am Besten einfach seinen Mund halten. Und man sollte sich sowieso aus Angelegenheiten raushalten, die einen nichts angehen. Ich zum Beispiel hätte damals nie gedacht, dass es möglich wäre, Menschen in mein Herz zu schließen und Vertrauen zu ihnen zu gewinnen, mit denen ich bloß ein paar geschriebene Worte ausgetauscht habe. Ich habe es komisch gefunden, wenn andere solche Freundschaften entwickelt haben.

Aber ich habe gemerkt, dass es möglich ist. Von Zeit zu Zeit habe ich eine immer engere Bindung zu Internetmenschen aufgebaut. Ich habe gemerkt, dass man gut mit ihnen reden kann und habe Menschen, die ich im Internet kennen gelernt habe, immer mehr ins Herz geschlossen. Es ist sogar soweit gegangen, dass ich manchen Menschen aus dem Internet genauso viel oder sogar mehr anvertraut habe wie Freunden aus meinem echten Leben. 

Eine Zeit lang habe ich mich so sehr in diese Sache hinein gesteigert, dass mir Menschen aus dem Internet sogar wichtiger waren, als meine eigentlichen echten Freunde. Das ist aber zum Glück heutzutage nicht mehr so und ich weiß, dass es der größte Fehler war. Egal mit wie vielen Leuten ihr aus dem Internet schreibt, denkt immer daran, dass es wichtig ist, dass ihr eure echten Freunde nicht aus den Augen verliert. Es gibt einige Menschen, die ich sehr in mein Herz geschlossen habe, aber ich würde keinen einzigen von ihnen irgendjemandem aus meinem realen Umfeld vorziehen. 

Trotzdem tut es weh, wenn man diese Internetmenschen verliert. Ich werde niemals Gründe dafür finden, wieso das so ist, vermutlich werde ich es auch nie verstehen. Aber es gibt Internetmenschen, die ich sehr ins Herz geschlossen habe und deren Verlust mir ziemlich weh getan hat. Man gewöhnt sich irgendwie daran, fast täglich mit diesen Menschen zu schreiben. Man erzählt ihnen Dinge, die man vielen vielleicht nicht erzählen würde, man baut Vertrauen zu ihn auf, man schließt sie immer mehr ins Herz und wünscht sich, sie irgendwann einmal zu treffen, am besten schon bald. Diese Menschen haben ein offenes Ohr für dich, sie interessieren sich für deine Probleme, sind gerne für dich da und bauen dich mit wenigen Worten schon immer auf. Sie schaffen es, dir über eine riesige Entfernung zu zeigen, dass du wertvoll bist und ein guter Mensch bist und sie geben dir das Gefühl, geliebt zu werden. Außerdem ist es auch eine Abwechslung, wenn man einfach mal niemanden um sich herum hat und gemütlich herum sitzt und mit jemandem schreibt. Es ist eine Abwechslung, die gut tut. Und wenn diese Menschen dann auf einmal nicht mehr mit einem Kontakt haben wollen, kann das ziemlich weh tun. 

Menschen, die sagen, man hätte kein Leben, nur weil man Internetfreunde hat und gerne mit diesen schreibt, haben keine Ahnung. Denn das sind zwei verschiedene Welten, die weit voneinander entfernt sind und das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Natürlich kann es Menschen geben, die sich im Internet Freunde suchen, weil sie im echten Leben keine haben, aber das muss nicht notwendig der Fall sein. Davon von vornerein auszugehen, dass jemand keine Freunde hat, nur weil er mit Menschen aus dem Internet schreibt, ist völliger Schwachsinn und die Menschen, die das behaupten, finde ich nichts weiter als lächerlich. Schon alleine deswegen, weil sie keinen Grund haben, sich in die Dinge anderer einzumischen, oder? 

Wenn man es nicht versteht, finde ich es vollkommen okay. Ich habe auch für viele Dinge kein Verständnis, aber ich lasse die Menschen trotzdem das machen, was sie machen wollen. Meine Mama zum Beispiel hat auch kein Verständnis dafür, dass ich so viel Zeit am Handy und am Laptop verbringe. Sie hat mir schon des Öfteren erzählt, wie gefährlich das ist, etc. Und ich verstehe ihre Angst, aber ich werde trotzdem nicht damit aufhören, weil es mir einfach gefällt und irgendwie auch Spaß macht. Und ich finde, jeder sollte das tun, wozu er Lust hat, egal was andere sagen. Jedoch sollte man keine Grenzen überschreiten. Wenn meine Mama mir das komplett verbieten würde, würde ich es glaube ich auch lassen, oder jedenfalls einschränken. 

Also, Leute, tut das, was ihr für richtig haltet. Ich kann euch bis heute nicht sagen, ob diese Internetfreundschaften richtig oder falsch sind. Und ich werde euch das vermutlich auch niemals sagen können, aber das möchte ich auch gar nicht. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, was er davon hält und jeder sollte sein eigenes Ding durchziehen. Lasst euch jedenfalls nicht von Menschen einreden, es sei lächerlich oder sonst etwas. Das ist es ganz bestimmt nicht, was lächerlich ist, sind höchstens diese Menschen. 

PS: I miss you

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