Manchmal wünschte ich, ich wäre sie. Obwohl ich sie nicht mag.
Wobei, vielleicht mag ich sie auch nur nicht, weil du sie mehr magst, als mich.
Du magst sie sehr, du redest gerne mit ihr, weil ihre Sichtweise der Dinge der Welt dich anspricht. Du findest sie hübsch und gut genug. Du machst ihr Komplimente, nicht um sie anzumachen, sondern damit sie sich gut fühlt. Du liest gerne das, was sie schreibt, weil es dich interessiert. Du verfolgst ihre Gedankenwege, du beschäftigst dich gerne mit dem, was in ihr vorgeht. Du magst sie sehr, als ganznormale Freundin.
Und genau das wollte ich immer.
Das und nicht mehr und nicht weniger. Das und nichts anderes.
Es tut mir weh, dass ich es immer wieder schaffe, alles und jeden zu vertreiben. Mit meiner bloßen Art, mit dem, was ich immer vor mich hin fasel. Ich hab schon etliche Menschen dadurch vergrault, und jetzt auch noch dich, echt klasse. Letztendlich weiß ich, dass es an mir liegt. Weil es einfach immer an mir liegt. Ich sage Dinge, die ich keine 24 Stunden später bereue, ich verhalte mich wie der letzte Vollidiot. Wenn mir ein Mensch etwas oder viel bedeutet, zeig ich mich immer von meiner bescheuertesten Seite. Wieso ist das so? Wieso macht man sowas? Wieso zeigt man sich von seiner beschissensten Seite, wenn man den Menschen am wenigsten verlieren will? Das ergibt ungefähr so viel Sinn, wie im Winter Wassereis zu essen.
Ich habs also geschafft, den Menschen zu vergraulen, der mir das Gefühl gegeben hat, einen guten Freund an der Seite zu haben. Der mir das gegeben hat, was ich von einem Jungen nie auf diese Art und weise bekommen habe. Ein offenes Ohr, Ratschläge, Hilfe. Und ich habe noch nie so ein großes Herz bei einem Jungen gesehen.
Aber man kennt mich ja, ich versau mir alles.
Wenn ich jemanden so sehr vermiss, dass es meine Laune verdirbt, hat das was zu bedeuten.
Ich muss etwas an mir ändern, so kann es nicht weiter gehen. Ich kann nicht weiter zusehen, wie ich die Menschen verliere, die ich in mein Herz schließe und wie ich mir alles immer durch meine bloßen Worte zerstöre. Und durch meine anhängliche Art. Damit ist jetzt Schluss. Ich wünschte, ich könnte einige Menschen nochmal ganz von vorne neu kennen lernen, auch dich. Aber das zweite Kennenlernen wird nie so sein wie das erste, genau so wie die zweite Chance der ersten unterliegt. Ich wünschte trotzdem, ich hätte noch einmal die Chance, intensiv mit dir zu reden um alles zu erklären. Hab ich aber nicht.
Also, lass dir trotz allem gesagt sein, es tut mir Leid.
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